Einmachzeit exotisch: Caipirinha-Gelee

Wer öfters auf die Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz geht, der hat gute Chancen, mich dort beim Stöbern in den Kochbuchregalen zu erwischen. Letztlich war ich auf der Suche nach einem guten Anleitungsbuch für das Einmachen, nachdem mich der Herr Müller vom Standard mit seinen Gärtöpfen für die vielen spannenden Arten der Lebensmittelhaltbarmachung geködert hatte. Die Bücherei verfügt über einige Bücher zum Thema, die meisten waren aber vergriffen. Ähnlich ist es mir schon im Frühjahr mit den Balkongemüseratgebern ergangen. Es ist schön zu wissen, dass viele Leute die gleichen Ideen und Interessen haben, aber genutzt hat mir das in diesem Moment nicht viel.

Übrig war eines dieser jungen, kreativen und sehr fotolastigen Büchern namens „Eingemachtes hübsch verpackt“ von Anna Postel und Karina Schmidt. Ich bevorzuge ja eher die Kochbücher mit viel Text und langen detailverliebten Erklärungen, die Rezepte waren aber interessant und tatsächlich recht kreativ. Es wurde also eingepackt und nach einem Pfirsich-Chutney recht schnell auch die unkomplizierte Caiprinha-Konfitüre ausprobiert. Wobei es sich In Wirklichkeit ja um ein Gelee handelt. Material für die Besserwisserfraktion: Marmelade bzw. Konfitüre wird mit Fruchtfleisch hergestellt, Gelee hingegen mit Fruchtsaft. Auf Sprachunterschiede geh ich erst gar nicht ein und verweise ganz einfach auf die dazugehörige, berühmte EU-Richtlinie.

Nicht ganz sicher scheinen sich die Autorinnen auch über den Unterschied zwischen Cachaça und weißem Rum zu sein. Ich habe das Glück, durch eine brasilianische Freundin über Cachaça in einer Qualität zu verfügen, die hier ansonsten kaum zu bekommen ist. Obwohl der Caipirinha in Österreich mehr als nur beliebt ist, befinden wir uns – ähnlich wie bei Tequila – nach wie vor im Cachaça-Niemandsland. Meine zwei Schätze stammen aus der Stadt Salinas in der Region Minas Gerais, die als die Welthauptstadt der Cachaças gilt. Sie waren mir dann auch zu schade für dieses Experiment und ich habe den nicht ganz so guten Cachaça verwendet, der noch im Hause war. Erstaunlicherweise kommt das Aroma der Spirituose trotz Aufkochens im Gelee sehr stark zur Geltung und ich habe die Entscheidung dann ein wenig bereut. Trotzdem sehr schmackhaft mit einer tatsächlich verblüffenden Ähnlichkeit mit dem namensgebenden Cocktail.

Caipirnha 3s

Hier das Rezept mit Cachaça und angepasster Menge für 2-3 Einmachgläser:

Zutaten:

  • 3-4 Limetten
  • 6 Zitronen
  • 500 Gramm Gelierzucker 1:1
  • 50 ml Cachaça

Zubereitung:

Die Zitrusfrüchte auspressen und mit dem Gelierzucker aufkochen. Ca. 5 Minuten kochen lassen, den Cachaça zugeben und noch etwas aufkochen, damit sich der Alkohl verflüchtigt (soll ja frühstückstauglich sein). Alkohol verdampft bei ca. 78° Celsius, ein Wert, der fürs Glühweinkochen im Winter im Kopf behalten werden sollte. In die Einmachgläser einfüllen, die mit kochend heißem Wasser zuvor sterilisiert wurden. Gläser zudrehen und auf den Kopf stellen. Verschenken und sich über überraschte Gesichter freuen.

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