Lammhals-Schmortopf mit isländischen Gewürzen

Das Projekt Foodblog lag jetzt ziemlich lang auf der Seite und ist diesen Sonntag eigentlich eher zufällig wieder aufgetaucht. Wir sind vergangenes Jahr in den 15. Bezirk gezogen und diesen Samstag war ich wieder einmal am neu umgebauten Meiselmarkt. Eigentlich wollte ich nur Stangensellerie für ein Selleriepesto besorgen, die vielen Fleischvitrinen haben mich dann doch angezogen und ich bin ungeplant mit zwei Stück Lammhals nach Hause. Nachdem ich an diesem Sonntag auch endlich Zeit und Muse für ausgedehntes Kochen hatte, ist nun nach großen Ankündigungen und langem Vertrösten endlich mein erster Blog-Eintrag entstanden.

In das Lamm habe mich in meiner Praktikumszeit bei den Vereinten Nationen in Wien in der dortigen Kantine vernarrt. Lamm ist neben Hühnchen der kleinste gemeinsame kulinarische Nenner unter den Religionen und Kulturen und steht dort dementsprechend häufig auf dem Speiseplan – meist in Form von orientalischen Eintöpfen. Auf dem Meiselmarkt gibt es die unterschiedlichsten Lammstücke zu günstigen Preisen und deshalb wird das künftig häufiger als Sonntagsbraten oder Abendessen auf den Tisch kommen.

Interessanterweise gibt das deutschsprachige Internet zur Zubereitung von Lammhals nicht viel her.  Das Stück gehört zu den eher unpopulären Lammteilen, hat dadurch aber den Vorteil günstiger zu sein als etwa Lammkeule. Wechselt man zu den Angelsachsen schaut das schon ganz anders aus. Die einhellige Meinung lautet Schmoren, was ohnehin die angenehmste Sonntags-Kochmethode ist.

Ich hab mich hier und hier inspirieren lassen und einen Schmortopf mit dem gerade im Haus verfügbaren Gemüse hergestellt. Das Fleisch selbst wurde schon am Vortag mit den Mitbringseln meiner Freundin aus ihrer letztjährigen Island-Reise mariniert: Blaubeersalz und eine für Lamm gedachte Gewürzmischung aus arctic thyme (arktischer? Thymian), birch leaves, bog bilberry, bilberry and juniper (Birkenblätter, Rauschbeeren, Heidelbeeren und Wacholder).

Lammhals 1

Lamm nimmt in der isländischen Küche offenbar einen wichtigen Platz ein. Unbeabsichtigterweise schwimm ich so mit meinem ersten Blogeintrag bereits voll im aktuellen Foodmainstream mit. Und weil auch die Landschaft dort einiges zu bieten hat, hier ein Bild aus dem lammbewohnten hohen Norden.

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Zutaten:

  • 2 Stück Lammhals geschnitten
  • Kartoffeln (je nach Platz in der Form und Beilagenhunger)
  • Sellerie (dasselbe)
  • 1 Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehn
  • 1 Tomate
  • Schwarze Pfefferkörner
  • In diesem Fall die isländische Gewürzmischung, ansonsten Lorbeer, Rosmarin, Oregano und dergleichen.
  • Salz, Pfeffer
  • Butter
  • Öl

Zubereitung:

Extrem einfach. Das Lamm zunächst für einige Stunden mit den Gewürzen und etwas Öl marinieren. Ofen auf 180 °C vorheizen. Fleisch kurz in einer Pfanne mit etwas Öl scharf anbraten und dann gemeinsam mit dem je nach Geschmack und Lust geschnittenen Gemüse und den restlichen Zutaten in eine Auflaufform legen.  Würzen mit Salz und Pfeffer und etwas Wasser oder auch Wein (oder falls vorhanden Lammfonds) zugeben. Kleine Butterstücke über das Schmorgut verteilen und den Ofen sein Geschäft verrichten lassen. Immer wieder die entstehende Sauce über das Fleisch löffeln. Etwa eine Stunde oder besser noch länger warten und dann das Ganze direkt auf den Teller schöpfen.

Lammhals 4

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Foodblogging…

Mein allererster Post als Foodblogger! Es ist ja erstaunlich leicht, so einen Blog aufzusetzen. Viel schwerer war es, einen vernünftigen Namen zu finden und viel schwerer wird es sein, das Ganze zu füllen, zu pflegen und ein nettes, zu mir passendes Publikum zu finden. Ich bin noch bei Weitem kein Profi am Herd, probiere einiges zum ersten Mal aus und es werden hier wohl in erster Linie meine Kochexperimente zu finden sein.

Die Grundidee dieses Blogs besteht darin, die Informationen, die ich während meiner Kocherei sammle, irgendwo zu dokumentieren. Das Internet bietet eine Fülle an Informationen, die häufig erst zusammengesucht werden müssen. Wenn ich ein Rezept aus dem Internet verwende, lese ich meist 5 – 10 Alternativrezepte durch, bevor ich mich für eines oder eine Mischform von mehreren entscheide. Koche ich das gleiche Gericht noch einmal, steht mir das ganze Prozedere erneut bevor. Aber auch bei Kochbüchern weiss ich nach einiger Zeit nicht mehr, woher ich das Rezept hatte geschweige denn die Details. Deshalb dieser Blog als Gedankenstütze und natürlich ebenfalls, um den flüchtigen Genuss eines gelungenen Essens ein wenig zu verlängern.

Es wird voraussichtlich nicht nur um Rezepte gehen, sondern um alles Mögliche aus dem kulinarischen Bereich. Ich gehöre zu den Leuten, die alles Unbekannte probieren müssen und die gerne durch die ganze Stadt fahren, um in einem Spezialitätengeschäft ein bestimmtes Produkt zu ergattern. Meine kulinarischen Eskapaden, sei es im Topf oder im Einkaufskorb, sollen hier festgehalten werden.

Als Beispiel und Vorgeschmack unten: Mein erster Versuch, Kaffee am Herd zu rösten (Hat nicht ganz funktioniert, aber Folgeexperiment kommt sicher).

Kaffeerösten